00:00:00: Willkommen zum Rhein-Mein-Feierabend-Briefing.
00:00:04: Heute mit diesen Themen.
00:00:06: Golfstrom und Klimawandel, Morddrohungen an Marburger Professorin, Frankfurter Suchthilfezentrum und Luxe in Hessen.
00:00:16: Eine Studie zur künftigen Entwicklung des Golfstroms und die Folgen für das Klima in Europa sorgt seit einigen Tagen für Aufregung.
00:00:24: Die neuen Berechnungen eines internationalen Forscherteams zeigen, dass ein Zusammenbruch des Golfstroms deutlich wahrscheinlicher ist als bislang angenommen.
00:00:34: Was das bedeutet, kann der Frankfurter Erdsystemforscher Nico Wunderling erklären.
00:00:40: Er nennt die Studie sinnvoll und vertrauenswürdig, auch wenn die Ergebnisse zum Teil sehr düster sein.
00:00:48: Die Studie, die auf Achtunddreißig Klimamodellen basiert, prognostiziert je nach Szenario einen Rückgang des Wärmetransports nach Europa um Sechzig bis Achtzig Prozent.
00:00:59: In ungünstigen Fällen sogar einen vollständigen Stillstand bis zum Jahr zwei Tausend Dreihundert.
00:01:05: Besonders alarmierend, bereits in diesem Jahrhundert, könnte der entscheidende Kipppunkt erreicht werden.
00:01:11: Die Folgen wären gravierend.
00:01:14: Laut Wunderling drohen im Winter in Skandinavien Temperaturen unter minus fünfzig Grad, in Deutschland unter minus dreißig Grad.
00:01:22: Ursache dieser Veränderung ist unter anderem das Abschmelzen des Grönlandeises, das große Mengen Süßwasser in den Nordatlantik einträgt und die als Golfstrom bekannte Meeresströmung schwächt.
00:01:35: Die Forscher betonen, dass eine Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad entscheidend ist, um einen solchen Kollaps zu verhindern.
00:01:44: Morddrohungen gegen eine Professorin der Universität Marburg.
00:01:49: Wie Universitätspräsident Thomas Naus mitteilt, wurden auf dem Campus an zwei öffentlichen Orten Schmierereien mit dehumanisierenden Inhalten entdeckt, die sich gezielt gegen die Wissenschaftlerinnen richten.
00:02:02: Die Professorin, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, erforscht gesellschaftliche Phänomene und war bereits zuvor Ziel wissenschaftsfeindlicher Angriffe.
00:02:12: Der Staatsschutz ist eingeschaltet und die Universität hat Schutzmaßnahmen ergriffen.
00:02:18: Nach Angaben der FAZ handelt es sich nicht um die Antisemitismusbeauftragte der Universität, die kürzlich ebenfalls Ziel von Anfeindungen war.
00:02:28: Die Hochschulleitung betont, dass man sich nicht einschüchtern lasse und die wissenschaftliche Arbeit fortgesetzt werde.
00:02:36: Aus Frankfurt gibt es Neues zum geplanten Suchthilfezentrum im Bahnhofsviertel.
00:02:42: Mit den Maltesern hat die Stadt einen Träger für die medizinischen Aufgaben gefunden.
00:02:47: Sie sollen künftig die medizinische Versorgung und Substitution übernehmen, sofern die Stadtverordneten zustimmen.
00:02:55: Das Auswahlverfahren erfolgte unter Einbindung verschiedener Fachgremien.
00:03:01: Ein weiterer Beschluss sieht vor, dass auch auswärtige Drogenkonsumenten in Frankfurt weiterhin versorgt werden.
00:03:09: Die Stadt prüft zudem, ob ein Teil der Kosten auf umliegende Kommunen umgelegt werden kann, da Frankfurt auch deren Betroffene mitversorgt.
00:03:18: Über die Trägerschaft der weiteren Bereiche soll im Januar entschieden werden.
00:03:22: Die Eröffnung des Zentrums ist für das erste Halbjahr, zwei Tausend siebenundzwanzig geplant.
00:03:29: Gute Nachrichten kommen vom Naturschutz.
00:03:32: Im nordhessischen Reinhardswald wurden erneut junge Luxe nachgewiesen.
00:03:37: In diesem Jahr konnten zwei Jungtiere sowie insgesamt neun selbstständige Tiere identifiziert werden, wie das Landesamt für Naturschutz berichtet.
00:03:46: Die meisten Nachweise stammen aus Nord- und Nordosthessen, was auf die Nähe zu einem Luchsvorkommen im Harz zurückzuführen ist.
00:03:55: Seit dem ersten Nachweis eines Weibchens mit Jungtieren im September, hier gilt die Reproduktion in Hessen als bestätigt.
00:04:05: Fachleute hoffen auf eine Vernetzung der Rudel zwischen Harz, Thüringen und Hessen, weisen aber auf die Anfälligkeit der kleinen Population hin.
00:04:15: Die Rückkehr des Luxus gilt als Erfolg für den Naturschutz und ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen zur Verbesserung der Lebensräume.
00:04:25: Und nun zum Wetter für morgen.
00:04:28: In Frankfurt startet der Tag mit dichten Wolken und gelegentlichen Auflockerungen.
00:04:33: Im weiteren Verlauf bleibt es meist trocken, die Temperaturen bewegen sich zwischen acht und zwölf Grad.
00:04:40: Das war das FAZ Rhein-Main-Feierabend-Briefing vom Mittwoch, dem siebzehnten Dezember zweitausendfünfundzwanzig.